Helmut W. Karl: Portrait

 Helmut W. Karl

Frischer Geist in alte Flaschen


Krise in der Lebensmitte

Meine Sorgen, Probleme und existenziellen Fragen zum Leben (- vielleicht sollte ich besser sagen: zum Verlauf meines Lebens -) setzten mir stark zu. Nun ... ich suchte kein Heil, ich suchte nach Informationen, "das Leben wie es sich mir zeigte" zu verstehen. Konnte es denn wirklich sein, dass ich als "intelligenter Mensch" mein eigenes Wesen (denn darin wurzelten die Probleme meines Lebens, dessen war ich gewiss!) nicht verstehen kann?

An Körper und Gemüt belastet

Bei so intensiver Beschäftigung mit den "Problemen des Lebens" ist man gewiss auch körperlich schwer belastet. So war es kaum verwunderlich, dass mein Hausarzt mich, knapp 30-jährig, vor der Entwicklung von Magengeschwüren, Herzinfarkt oder Schlaganfall in vielleicht 4 bis 5 Jahren warnte, wenn ich so weitermache.

Jeder vernünftig denkende Mensch wird sagen, er hätte darauf gehört - für mich war er einfach "völlig inkompetent", weil er mir so gar nichts (für mich) Brauchbares sagen konnte. Mir "Angst vor den Konsequenzen" zu machen, war etwas, was nicht die geringste Wirkung auf mich hatte. Ich suchte nach Antwort auf offene Fragen, meine körperlichen "Wehwehchen" würden sich dann von selbst lösen, dessen war ich gewiss. Ich fragte mich ernsthaft, ob er meinte, ich hätte Probleme bloß um der Probleme willen, "ihm zu Fleiß" gewisser Maßen.

Intensiv setze ich mit Versionen der (christlichen) Bibel (der katholischen, lutherischen, jene der Jehova-Zeugen und dem Buch Mormon) auseinander. Obwohl katholisch erzogen, hatte ich mich schon im Zusammenhang mit der Eheschließung (mit einer evangelischen Frau) komplett von der Kirche getrennt, ohne eine andere Konfession anzunehmen. Trotzdem befasste ich mich weiter spirituell und religiös suchend, auch mit einer "populären" deutschen Ausgabe der Thora.

Ich las Bücher zum Zen-Buddhismus, kam darüber zu Baghwan (der wurde später zu Osho), auch Tantra (aufgrund buddhistischer Studien) und dem Tao. (Anmerkung unten!)

Alle die Bücher offenbarten mir gewiss viel Weisheit, aber sie trugen nichts dazu bei, dass ich "meine Probleme" verstehen konnte. In all diesen Jahren war für mich nur eines konstant gewiss: Ich empfand mich selbst als "geistige Bewusstheit", und als Mensch als ein (meinem Bewusstsein untergeordneter) lebendiger Organismus - als eine "körperlich-geistige Einheit"). Mir schien aber, all diese "weisen Bücher" beschränkten sich auf "Verhaltensvorschriften": Hielt man sich daran, dann versprachen sie "das Heil".

Ein Verstehen dessen, was im Bewusstsein (oder "Unterbewusstsein") vor sich geht, kommt bei allen zu kurz - nach meiner Sicht der Dinge. Rückblickend auf meinen Hausarzt und meine Einstellung zu seiner Expertise denke ich heute:

Wer weiß wirklich was?

Mediziner "verstehen" zwar den Körper, scheinen (mir) aber die Interaktion mit dem Geist - dem "Bewusst­seins­kern" - zu negieren. Psychologen schaffen Theorien, von denen ich mich (d.h. mein Selbstverständnis) zum Teil degradiert fühlte; Psychoanalytiker fokussieren sich auf die Mängel (Leiden oder Sorgen, wenn man so will) des Menschen und suchen nach Therapien; Gurus (und die Bibel) umgehen dies alles, um durch Vorschriften ein Leben zu gestalten, das alles Böse meidet, um irgendwann ein fernes Ideal zu erreichen.

Aus diesen Gründen wurde ich weder Hare Krishna-Anhänger, noch Buddhist (obwohl ich dazu - und zur Zen-Ausprägung - vielleicht die stärkste Sympathie hegte), Taoist oder Sanyassin (bzw. Anhänger irgend eines anderen Gurus). Für mich war auch nur wenig "Wissen" der Psychologen nützlich und brauchbar, obwohl diese ihrer Berufsbezeichnung "Seelen-Kundler" (pysche & logos, also "Seelen-Kenner!") sein sollten. In knapp einem Meter Buchrücken psychologischer Literatur fand ich mich in meinem "seelischen Selbstverständnis" nicht verstanden und angenommen. So führte ich mein Leben so gut es ging und blieb ein Suchender.

Um Psychiater machte ich sowieso einen weiten Bogen, denn die sind (nach meinem damaligen Verständnis) bloß für "Verrückte" zuständig - obwohl sie ihrer Berufsbezeichnung nach "Seelen-Arzt" (psyche & iatros) sein sollten - also beitragen wollen und können sollten, "kranke Seelen zu heilen". Doch hier ist es wohl ähnlich wie mit dem "normalen Arzt": Heilen kann er nicht, niemand kann einen anderen heilen. Man kann Heilung nur ermöglichen oder fördern und "Kränkendes" entfernen. Allein das Leben selbst kann Heilung bewirken.

Sinngemäßes galt nach meiner Auffassung für Psychoanalyse - was wollte man an einer "Seele" schon analysieren (psyche & ana lyein - auflösen). Ich blieb also allein auf mich gestellt, weil mir das Gebotene keine Antworten gab - ich strebte nach Verstehen der Zusammenhänge; ich wollte vor allem den Menschen - hier "meinen Nächsten" (im fast wörtlichen Sinn) verstehen. Und ich wollte natürlich auch die Gründe, die mich hinderten, ihn (den Menschen, und damit bestimmt auch seine eigenen individuellen Facetten) zu erfassen und zu verstehen.

Eine Art Offenbarung hatte mir der tantrische Zweig des Buddhismus bereitet: Aus dem (primär katholischen) Teil meiner frühen Erziehung hatte ich die Vorstellung mitbekommen, dass die Frau "ihren Höhepunkt" dadurch erlebt, dass der Mann im Koitus ejakuliert. Im Tantra wurde ich eines Besseren belehrt, was mich erschütterte, weil ich nicht fassen konnte, dass ich auch aus der Lektüre Willhelm Reichs meine exotische Vorstellung nicht erkannt hatte.

Der Boden schwankt

Knapp vor meinem dreißigsten Lebensjahr eröffnete mir meine Frau, dass sie die Trennung von mir beschlossen habe. Für mich brach eine Welt zusammen; Familie und Ehe schienen alles zu sein, was mir lieb und wert war - neben meinem Beruf ... das sollte sich in Nichts auflösen? Das konnte ich nicht geschehen lassen ... es half aber alles nichts, die Entschlossenheit meiner Frau hatte die Ehe bereits aufgelöst. Welchen Sinn hatte da noch ein Beruf?

Die Einsicht in die Unausweichlichkeit einer endgültigen Trennung zog mir den Boden unter den Füßen fort. Ohne jede Nachricht verließ ich eines Tages meine Arbeitsstelle, machte ein Auto (- das meiner Frau, ich wollte nicht mehr dafür aufkommen) zu Schrott und floh meiner Wohnung und "meiner Familie", die es nicht mehr gab: "Weg von hier! Hier kann ich nicht leben, hier bin ich schon tot. Sterben will ich nicht!"

Ich ließ einfach alles hinter mir ... fluchtartig verließ ich Deutschland in Richtung Österreich, meine alte Heimat. Aber es schien mir unmöglich, in meiner Verfassung bei meiner Geburtsfamilie (Geschwister und Mutter) zu erscheinen - zu groß war "die Schande".

Also trampte ich nach Wien in der Hoffnung, mich dort wieder aufzurappeln - auf jeden Fall weit genug weg vom "Ort meines totalen Versagens". "Trampen" deshalb, weil ich auf der Fahrt (in meinem Auto) von Frankfurt nach Wien das Tanken einfach völlig "vergessen" hatte. Ich entledigte mich des Wagens an einer Böschung in einen Graben, nahm die Nummernschilder ab und ließ es dort stehen.

Die Krise bricht aus

Zwei Tage irrte ich durch die Stadt immer in der Hoffnung, die Atmosphäre der Stadt - was gibt es da nicht alles zu sehen! - würde mein Gemüt aufhellen, aber nichts konnte mich erleichtern. Am dritten Tag erkannte ich entsetzt: Ich konnte mich allein nicht aus dieser Krise befreien, ohne Hilfe von außen war ich verloren - aber ich wollte leben.

Mit tränen-blinden Augen stolperte ich im Stadtzentrum in die Praxis eines Psychiaters; weil ich mich nicht selbst fangen konnte, war ich wohl krank - dieser Gedanke ließ mich erst recht ver­zweifeln, aber auch mich dem Arzt zuwenden. Dr. Gabriel war ein älterer Herr, der nicht viel Worte machte. Sein ruhiger forschender Blick schien mich zu durchdringen und ließ mich wie ein Häufchen heulendes Elend fühlen. Die Verzweiflung schien meinen Brustkorb zu sprengen; er wies mich an, mich hinzulegen und begann fast wortlos seine Untersuchung: Reaktion der Augen, des Nerven- und Muskelsystems, Herz und Atmung, meine Wahrnehmung und Ansprechbarkeit.

Als ich mich etwas gefangen hatte, fragte er, welches Unglück mich aus der Bahn geworfen habe. Ich konnte das Wesentliche schildern: Meine Familie, meine Wohnung, mein Beruf, meine Arbeit - alles fort, ich war in ein gewaltiges Loch gefallen, falle immer noch, es nimmt kein Ende, lässt mich ohne jeden Halt; der Boden würde mein Tod sein. Der "Boden" sei die Ankunft in der Wirk­lichkeit: Die Realisierung, dass das, was mich jetzt bloß gedanklich und emotionell quälte, die nackte Wahrheit ist. Gedanken daran lösten blanken Terror in meinem Gemüt aus.

Dr. Gabriel gab mir eine genaue Einnahmeweisung für ein Medikament zur Beruhigung meines aufgewühlten Gemüts. Er stelle sicher, dass ich seine Weisung verstand und trug mir auf, umge­hend die Stadt zu verlassen, am Land eine Unterkunft zu suchen und dort vormittags und nach­mit­tags täglich mindestens je 2 Stunden hinaus zu gehen. Bis zum Ende der Woche sollte ich draußen (in der Natur) mir darüber klar werden, was mir jetzt wichtig ist. Er schärfte mir ein, ihm am Freitag um 16:00 Uhr in seiner Praxis zu berichten, bis dahin waren 3 Tage Zeit. Es war selt­sam ... wie sehr verunsichert und entwurzelt ich auch war, ich wusste, diesen Auftrag konnte und wollte ich erledigen.

Mit dem ersten Bericht konnte ich ihm darlegen, dass ich mir meiner Krise bewusst geworden war - Krise bedeutet ja "Entscheidung" - ich musste also meinem Leben eine Wende geben - aber wohin? Dr. Gabriel ließ mich meine Gedanken und Gefühle darlegen, er gab mir weder Ratschlag oder Erklärung noch Weisung - außer eben jeweils neue Aufgaben. Wie ich mein Leben wahr­nahm, schien es mir sinnlos, weshalb ich für seine Aufträge ("klar werden über ...") dankbar war.

Die Lösung zeichnet sich ab

Nach drei weiteren Konsultationen während insgesamt vier Wochen Landaufenthalt war ich so weit, dass ich wieder nach Deutschland fahren und alles Nötige mit meiner Frau erledigen wollte. Ich hatte eingesehen, dass ihr Entschluss der einer selbständigen, mündigen und emanzipierten Frau war, den ich akzeptieren musste, und dass ich mein Leben ohne sie neu gestalten müsse.

Wir kamen zu einem Einverständnis über die Auflösung unserer Gemeinschaft und das Wohlergehen unserer Tochter; die Ehe wurde problemlos vor Gericht in Frankfurt einvernehmlich geschieden.

Ich nahm meinen Beruf wieder auf, wurde von meinem Arbeitgeber auch trotz fehlenden ärztlichen Attests für die Fehlzeit krank geschrieben und weiter beschäftigt. So konnte ich mir eine Wohnung nach meinen Vorstellungen suchen und einrichten. Wie es das Leben eben manchmal bringt, kam es privat doch wieder zu Reibereien und Auseinandersetzungen, vor allem über die vereinbarte Zeit, die unsere Tochter mit mir verbringen würde.

Diese Zurückweisung rief in mir wieder Unruhe und Zweifel wach, ob ich denn richtig entschieden hatte, meine Frau "freizugeben". Erneut marterten mich Gedanken, wie ich meiner (selbst empfundenen) Verantwortung meiner Tochter (nicht ihrer Mutter) gegenüber gerecht werden konnte.

Es folgte wieder eine Zeit intensiven "Bücherverschleißes" - ich suchte nach Verständnis und Klärung all der Fragen, die sich aus dieser Situation ergaben, und las jedes Buch, das mir in irgend einer Weise eine Lösung bzw. Antwort auf meine Fragen versprach. Es waren vor allem Bücher über Psychologie, weil ich erkannt hatte, dass es wohl ein Psychiater war, der mir geholfen hatte, dies aber nicht "auf psychiatrischer Basis" bewirkte, sondern durch psychologische Einsicht in mein Innenleben, wodurch er mir einen Ausweg aus der Sackgasse meiner Lage öffnen konnte. Ich war wohl "psychologisch belastet" gewesen, aber doch nicht "psychiatrisch erkrankt". Was für eine Erleichterung!

Andererseits normalisierte sich mein Leben wieder, ich kaufte mir wieder ein Auto (eine Citroen DS19, danach eine 23ei und fuhr einen SM eine Woche zur Probe, bevor ich mich für einen neuen Lebensweg entschied), probierte wieder Freundschaften mit Frauen und begann, das Leben zu genießen. Trotzdem ... meine Krise war noch nicht gelöst, teilweise nur insofern, dass die Beziehung zu meiner (jetzt Ex-) Frau beendet war und ich damit nicht mehr haderte.

Was mich stets weiter suchen ließ, war der Eindruck, den mir die meisten (östlichen) "Philosophien" vermittelten: Ihre Botschaften scheinen mir in einer "anderen Welt" entstanden und für eine solche formuliert worden.

Geist erringt die Oberhand

Viele der Bücher, die ich mir vornahm waren in englischer Sprache verfasst und behandelten etwas, was 'der Mind' genannt wurde. Interessanter Weise gab es sehr viele verschiedene Erklärung dafür, was denn dieser 'Mind' nun tatsächlich ist: Seele, Psyche, Mente, Intellekt, Sinn, Gemüt? Natürlich war mir bald klar, dass es ein nicht materielles "Gebilde" sein musste - also weder das Gehirn noch etwas, was z.B. über Drüsen oder Hormone im Körper "funktionierte", sondern etwas "Übergeordnetes". (Anmerkung unten!)

Es musste also etwas "Geistiges" sein, doch der Begriff "Geist" erwies sich ebenso als viel zu verschwommen, zu unscharf, um das aus den Büchern gewonnene Konzept des 'Minds' zu umfassen. Für einige Zeit beschränkte ich mich darauf, den 'Mind' als eine Art "geistige Zentral-Ressource", etwa wie das Denken, Schlussfolgern, die Intuition oder den Verstand der Lebewesen aufzufassen.

"Geistig" bedeutet(e) für mich in diesem Zusammenhang "völlig immateriell" - also etwas, was außerhalb der physischen (natürlichen oder dinglichen) Welt existiert. Ich brauchte ein Konzept, das für mich schlüssig war und weitgehend mit den Lehren einiger "Gurus" und anderen "heiligen Büchern" in Einklang zu bringen war.

Ich konnte einfach nicht mit "Worthülsen" operieren, die keinen konkreten (hier meine ich nicht materiellen, sondern geistig erfassbaren) Inhalt haben. Doch genau dieses Streben brachte mich mit den Menschen, mit denen ich zwangsläufig im Zuge der Beschäftigung mit den Büchern bzw. ihren Inhalten und den daraus zu fassenden Philosophien in Kontakt kam, in viele Konflikte: Ich sei viel zu sehr "im Kopf" und zu wenig "im Bauch" oder "im Herz", meinten sie.

So eine Wertung war nach meinem Verständnis "völlig daneben", denn "meinen Geist" verstand ich als den Kern meines Bewusstseins, meines Wahrnehmens und Denkens, als "geistiges (= immaterielles) Prinzip". Ob dieses Prinzip "im Kopf", "im Bauch" oder "im Herzen" seinen Platz hatte, war für mich ohne Bedeutung. In meinem Bewusstsein hatte "Geist" ganz klar auch nichts mit "Person", "Dämon", "Engel" oder "dem Teufel" zu tun.

Dennoch konnte (und kann) ich mir gut vorstellen, dass solche auch "Geist" nach meiner Vorstellung sind: Also ein "geistiges Prinzip", ein "Bewusstseinskern" der "Gutes" oder "Böses" im Schilde führt - aber das war für mich unwesentlich, weil erst in zweiter Linie von Interesse.

"Geist" hat(te) für mich auch nur am Rande mit "Bildung", "Intelligenz", "Wissen" und "Denken" zu tun ... solche Bedeutungen finden sich in Lexika und Wörterbüchern einfach deshalb, weil diese das wiedergeben, was "die Leute" meinen, wenn sie das Wort gebrauchen. Wo aber steht geschrieben, was ein Wort im Augenblick seiner "Schöpfung" wirklich bedeutet? Diese Dinge haben klarer Weise vor allem eine "geistige Dimension", weshalb sie aber nicht zwangsläufig "Geist" sein müssen.

Eine überlieferte Aussage von Jesus hat mir zwar viele Gedanken gemacht, aber doch wesentlich zu meinem Konzept beigetragen: Jesus sagte (nach Joh. 4,24) "Gott ist Geist" - damit konnte er unmöglich so etwas wie Dämon, Engel oder Teufel und auch nicht "Bildung" oder "Intelligenz" usw. meinen!

Neue Perspektiven

Im 30. Lebensjahr kam mir das Buch "Dianetik, die moderne Wissenschaft geistiger Gesundheit" von Ron Hubbard unter. Es war eine Übersetzung ins Deutsche, aber für mich kaum lesbar - ich empfand es fast als in "Kauderwelsch" verfasst. Aber ... es hatte einige Saiten in meinem Inneren zum Schwingen gebracht. So beschaffte ich mir das englische Original (Dianetics - The Modern Science of Mental Health), und arbeitete mich durch. (Anmerkung unten!)

Ich brauchte fast ein Jahr, - noch nie zuvor hatte ich mich so lange mit einem Buch befasst! (und lernte richtig Englisch!) - denn ich hatte erstmals ein Buch in der Hand, das mir Informationen bot, mit denen ich Antworten auf meine (oft quälenden) Fragen fand. Zwar widmet Hubbard dieses Werk zum größten Teil therapeutischen Aspekten, doch die (für das gesamte Konzept) "grundlegenden Gedanken" boten mir das, was ich anderen Ortes vergeblich gesucht hatte: Eine Weg zum Verständnis des Menschen und seines 'Minds' (in einer Definition, die meinem Verständnis nicht bloß entgegen kam, sondern es auch fruchtbar erweiterte).

Meine von da an sich verändernde Sicht auf das Leben - sowohl mein früheres Berufs- und Eheleben als auch mein neues Privat- und Berufsleben - warf neues Licht auf meine immer noch nicht gelöste persönliche Krise.

Ich begann, die hinter mir liegenden Jahre neu zu betrachten: Was hatte ich eigentlich wirklich gewollt? War mein Beruf wirklich meine völlige Erfüllung? Wozu fühlte ich mich berufen? Meine Krise verlangte (begrifflich gesehen) zu ihrer Lösung von mir eine Entscheidung, eine entscheidende Wende auf meinem Lebensweg. Wenn schon Ent-scheidung (=Auseinander-Trennung), dann in eine Richtung, die mir wahre Erfüllung versprach, sagte ich mir.

In beruflicher Hinsicht lag in dieser Zeit die Fertigstellung des gewaltigen Datenfernübertragungs-Projekts (das ich in der vorangehenden Episode angeführt habe). Die erfolgreiche Übergabe an den Kunden war für uns (Mitarbeiter des Herstellers) alle ein großartiger Erfolg, für mich auch ein persönlicher Triumph: Wir hatten etwas realisiert, was nach einer einige Jahre zurück liegenden Expertise einer technischen Hochschule nach dem Stand der Technik nicht zu machen sei.

Mein Arbeitgeber würdigte meinen Einsatz mit einer Prämie von 5000 DM - wer die beginnenden 70-Jahre kennt, hat eine Vorstellung davon, wie viel Geld das damals war. Ich war mir völlig bewusst, dass nicht ich allein der "Macher" war, so gab ich die ganze Summe für ein Fest mit allen meinen Mitarbeitern aus. Was war das für ein Fest, Mann oh Mann!

Mit der Übergabe des Systems war unsere Aufgabe (und Arbeit) beim Kunden nicht zu Ende, aber es wurden bereits Nachfolgeprojekte überlegt. Seltsam ... keine dieser großartigen Vorhaben stellte für mich den Reiz der Herausforderung dar, die mir das eben übergebene System geboten hatte.

Ich wechselte beruflich vom Hersteller zum Kunden, weil ich dort "freie Hand" bekam, am Betriebssystem Änderungen nach meinen (zuvor dargelegten) Vorstellungen vorzunehmen. Nach etwa einem Jahr war auch dies erfolgreich abgeschlossen. Ich war stolz und glücklich.

In dieser Zeit war ich in meiner persönlichen Krise zu einem Schluss gekommen. Ich hatte mich oft und oft gefragt, wofür fühle ich mich wirklich berufen? Lange Zeit hatte ich in dieser Hinsicht primär meine berufliche Tätigkeit angeschaut, und hier fand ich auch einen Ansatz: Die Zeit der Instruktortätigkeit hatte mir die höchste Erfüllung gegeben. Die später folgende Zeit des Systemaufbaus enthielt vielfache ähnliche Teilaufgaben - und ähnliche Erfüllung.

Im privaten, persönlichen Leben hatte ich immer nach Verständnis gestrebt - mich selbst und "den Menschen" zu verstehen und Mitmenschen zum Verstehen zu helfen. Mir war klar, dass ich zwar der Ausbildung nach Techniker (und kein schlechter!) war, meine "wahre Leidenschaft" - mein Ruf, meine wahre Berufung - aber wohl der Aufgabe galt, Menschen zu helfen, die Dinge (und das Leben als Ganzes) zu verstehen - so weit dies eben möglich ist.

So kam es, dass ich mich 1973 zu Studien der Pädagogik in den USA entschloss. Dieser Entschluss war für mich in gewisser Weise die Erfüllung meines nie nachlassenden Strebens nach Freiheit: Ich war frei von den Betrachtungen der Vergangenheit (die mich an einen Status quo gewaltiger Einschränkungen gefesselt hatten) und frei nach meinem Gewissen zu entscheiden und zu tun, was mir wirklich lag. Es war also die Realisierung des "Frei von ..." und des "Frei zu ...".

Es war der Beginn von fast 20 Jahren glücklichem Erfülltseins mit selbst gewählten Aufgaben.

Copyright Helmut W. Karl © 2015

Ich danke herzlich für Ihr Interesse und Ihren Besuch und
wünsche Ihnen das Beste!
Helmut W. Karl

Anmerkung: In dieser "7-Jahres-Episode" meines Lebens führte ich einige intensive Studien, die starke und recht maßgebliche "Einflüsse" auf meine Sicht der Dinge, der Ereignisse und des Lebens insgesamt ausübten. Die Schilderung meiner Lebenserfahrung (oder Lebensgeschichte) wäre unvollständig, würde ich diese nicht ebenso darlegen, wie den Verlauf meines Lebens. Um der klaren Struktur Willen habe ich aber beschlossen, diesem Bereich einen eigenen Artikel "außerhalb der Reihe" zu widmen, und stelle diesen interessierten Lesern (beiderlei Geschlechts) hier zur Lektüre bereit.


Zum Titelbild: Wasser und der weite Horizont bilden gewisser Maßen das Sinnbild für alle Artikel in dieser Sait.

Der Slogan "Geisteshaltung 2.0": In Anlehnung an den Brauch, im Web Entwicklungs­ver­sionen wie z.B. "Web 2.0" anzuführen, steht diese scherzhafte Floskel für die Idee, unser gei­stiges Bewusstsein durch neue Betrachtungen und Überlegungen zu erneuern und aufzufrischen.

Das Motto "Frischer Geist in alte Flaschen" geht auf ein sehr nettes Büchlein "Der Geist in der Flasche" zurück, in dem sich "der Geist" die bewegende Frage stellt "Bin ich eine Flasche oder hab' ich eine?" Mein Gedanke dazu war: Rüttle den Geist, der sich als Flasche sieht, auf und gib ihm ein frisches Leben!

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Copyright dieser Seite Helmut W. Karl (Impressum), Text publiziert 04Apr2015 & letzte Änderung: 09Mai2015.