Helmut W. Karl: Portrait

 Helmut W. Karl

Frischer Geist in alte Flaschen


Studieren heißt eifrig sein!

Das Ende der Pflichtschulzeit war für mich einerseits ein Ende der Bevormundung und so etwas der Eingang zum Garten größerer Selbstbestimmung, andererseits der Beginn einer Unterrichtung in einem Gebiet, das mich wirklich interessierte: Im 15. Lebensjahr begann ich die Gewerbeschule für Hochfrequenztechnik.

Schon mit 12 Jahren war ich als "Radiobastler" der Faszination des Funks erlegen. Mein "Detektor" mit einem Kopfhörer aus ehemaligen Wehrmachtbeständen fesselte mich viele Nächte ... die unsichtbare Verbindung zur Welt ließ mich nicht los, ich wollte, nein ich MUSSTE ihr auf den Grund gehen.

Nebenbei etwas Technik: Ein Detektor ist wohl die primitivste Form eines Rundfunkempfängers. Er besteht aus nichts weiter als einem Bleikristall, einer aus dünnem Stahldraht zur Feder gebogenen "Anode" und daran (sowie am Bleikristall selbst) angeschlossenem Kopfhörer. Mit der Anode tastet man den Bleikristall ab, um eine Stelle zu finden, an der ein Rundfunksender zu hören ist. Da wird der Federkontakt fixiert. Man hört Radio - ohne Stromanschluss oder Batterie, ein "Wunderwerk"! Technisch gesehen ist es einfach ein "Gleichrichter", der die amplituden-modulierten Sendewellen ("AM" ... man findet dieses Band noch heute auf manchen Empfängern) in modulierten Gleichstrom wandelte, der im Kopfhörer hörbar wird. Ich war zum Radiobastler aufgestiegen!

Noch etwas am Rande: In einem Profil im Web habe ich (der Kürze wegen) angegeben, ich hätte als "12-jähriger Radiobastler und Amateurfunker" begonnen. Das ist nicht ganz korrekt, denn zum (illegalen "Untergrund-") Funkamateur wurde ich erst mit 15 durch einschlägige "Fachkunde". Die nötigen Teile stammten allesamt aus Wehrmachtbeständen, ich erinnere besonders die "Universalröhre" RL12P2000. Dieses Bauteil spielte übrigens eine wichtige Rolle bei einem Herrn Max Grundig, der etwa 1946 damit die ersten Schritte zum Fabrikanten machte. Seine ersten Radios baute er aus Wehrmachtbeständen und verkaufte sie in einem Ladengeschäft in Fürth/Bayern.

Jahre der Berufsbildung - was sie mich lehrten

Das erste Jahr Gewerbeschule ist mir in vielen Details in bester Erinnerung geblieben. Was für ein interessanter Unterricht wurde mir geboten! Zwar war - wenn ich mich richtig erinnere - täglich 6 bis 8 Stunden "Schule", aber es gab nicht einen langweiligen Tag. Wir hatten im Verhältnis von etwa 40/60 praktischen und theoretischen Unterricht, nichts war uninteressant. Hier erlebte und erfuhr ich erstmals Unterricht, der mich "studieren" machte - studeo heißt ja "ich bin eifrig" und du meine Güte, ja, ich war eifrig und wissenshungrig!

Ich kann nicht wirklich, das heißt mit Bestimmtheit, sagen, was ich lieber hatte, den "Schulunterricht" oder den "Werkstattunterricht". Aber Erinnerungen habe ich mehr an die Werkstätten. Wir machten buchstäblich alles: Von der Modelltischlerei (zur Anfertigung von Gussformen) über Gießerei zur "spanabhebenden Metallbearbeitung" mit Fräs-, Dreh- und Shapingmaschinen, auch Gesenkeschmiede, natürlich auch solider Handarbeit: "händisches" Schmieden, biegen, treiben und feilen. Wir fertigten unsere eigenen Werkzeuge selbst an und härteten sie auch. Meine Güte, wie viele Blasen ich vom Feilen an der rechten Hand hatte, weiß ich nicht mehr aber es waren gewiss einige, sie konnten mich nicht hindern, meine "Passtücke" fertigzustellen. Und dann erst das Labor! Was war das für eine fesselnde Welt!

Ich denke heute noch, dass diese Ausbildung zum Feinsten gehört, was ich im Lauf meines Lebens an Unterricht erhalten habe - Wissen und Können wurden für mich wirklich "zeitlose Werte", erstrebenswert, untrennbar zusammen gehörig, aufbauend und stärkend! Sie wurden für mich zum unabdingbaren Fundament für mein ethisches Empfinden.

Ja, schon im ersten Jahr der Berufsbildung lernte ich "wahres Wissen und Können" zutiefst schätzen, und bewahrte mir diese Wertschätzung nicht bloß für die restliche Zeit der Berufsbildung, sondern für's ganze Leben. Die Gewerbeschule ließ mich den Wahrheits­gehalt des - bis dahin für mich leeren - Sinnspruchs "nicht für die Schule, fürs Leben lernen wir" - im wahren Sinn der Aussage "körperlich erleben". Ich kann nicht sagen, wie oft ich mir tagträumend meine Zukunft ausmalte - es war sehr oft, und ich sah mich am Ende meiner Ausbildung immer als "anerkannter Spezialist", der alles konnte.

Hier wurde mein unbändiger Wissensdurst kanalisiert und gestillt. Dennoch gab's noch mehr, was mich faszinierte und dem ich auf den Grund gehen wollte. Da gab es zum Beispiel einen Mitschüler in einer höheren Klasse, der hatte ein (ich glaube, es war das einzige an der Schule!) Fahrrad mit 8-Gangschaltung und Tachometer - faszinierend! Den Mechanismus der Gangschaltung hatte ich schnell durchschaut, er war ja offensichtlich ... aber der Tachometer? Wie funktionierte der? Das beschäftige mich recht intensiv.

Australischer Minister: 'Illegale Einwanderer MÜSSEN nach Hause zurück!'\n - Australischer Ureinwohner: 'Oh! Ernsthaft? Wann geht IHR?'

Bild aus mir unbekannter Quelle: Werde für jeden Hinweis dankbar sein, um es der wahren Quelle zuzuschreiben!

Als die Neugier unbändig wurde, montierte ich an einem Samstag Vormittag (den Unterricht schwänzend!) den Tacho ab, zerlegt ihn, erkundete seine Funktion, war zufrieden und baute ihn wieder zusammen. Doch nun musste ich natürlich sicherstellen, dass das Ding auch wieder korrekt funktionierte. Um das zu prüfen, montierte ich den Tacho auf mein Fahrrad und machte mich auf zur Probefahrt. Die dauerte allerdings viel zu lange, denn ich musste nun natürlich wissen, wie schnell ich mit meinem Fahrrad (ohne jede Gangschaltung) unterwegs sein konnte, und verlor darüber jeden Zeitsinn.

Nun ja, als ich (noch immer stolz über meine "Fahrleistungen",) zur Schule zurück kam, wurde ich sofort zum Direktor eskortiert, musste dort auf die Polizei warten (ohne dass irgend jemand mit mir ein Wort gesprochen hätte), die mich dann auf die Wache mitnahm.

Das Verhör dort war nichts weiter als eine Protokollaufnahme ... mir wurden Sätze in den Mund gelegt, die ich nie gesagt hatte, die ich aber unterschreiben musste. Jeder Versuch, "meine Wahrheit" darzulegen, wurde fast bestraft: Ich war des Diebstahls überführt ... "keine Ausreden, du hast den Tacho gestohlen, das ist durch dein eigenes Fahrrad bewiesen. Mit Uneinsichtigkeit machst du die Sache nur schlimmer". In der Folge wurde ich mit der Begründung "diese Schule hat keinen Platz für Diebe" nach Hause geschickt.

Ich weiß nicht, - d.h. es fällt mir auch heute noch schwer genau zu sagen - was für mich mehr zählte: Von der Schule "ausgesperrt" zu sein, als Dieb "überführt" zu sein oder meiner Familie "Schande gemacht" zu haben. Ich selbst habe mich in dieser Sache nie als Dieb gesehen. Es war mir schnell klar, dass ich eine gewaltige Dummheit begangen hatte, für die ich auch eingestanden wäre und fast jede Wiedergutmachung geleistet hätte. "Nein ... ich bin kein Dieb! Ich bin Forscher und will große Taten vollbringen!" Aber wieder war es die "Welt der Erwachsenen", die ihre Regeln hatte (und wahrte), denen zu Folge die "Jugend Mores gelehrt" werden müsse.

Das Beste aus der zweitbesten Wahl gemacht

Meine weitere Berufsbildung erhielt ich dann in einer Berufsschule für "Radio- und Fernseh­techniker" - hier war der Unterricht primär auf (theoretische) Fachkunde, Staatsbürger­kunde und diverse "Kultur- und Berufstechniken" ausgerichtet. Das meiste interessierte mich, doch bei weitem nicht alles. Die Praxis kam nach meinem Geschmack viel zu kurz, weshalb ich mir zu Hause in einer kleinen Garage eine "Radiowerkstatt" einrichtete, wo ich alles mögliche baute ... auch meinen ersten Sender, was mich (für einige Jahre) zum Amateurfunk brachte. Obwohl ich wieder etwas "Illegales" tat, kam ich doch nie mehr mit der Polizei ins Konflikt. ;)

Mit 16 Jahren hatte ich mir (bei der täglichen Zugfahrt) eine gefährliche Gewohnheit angeeignet. Ich musste einen bestimmten Zug erreichen, denn zu spät kommen war sehr verpönt; aber ich mußte immer einen kleinen Kampf, rechtzeitig aufzustehen und mich pünktlich am Bahnhof einzufinden, bestehen. Meistens rannte ich zum Bahnhof, und recht oft sprang ich auch auf den bereits ausfahrenden Zug auf.

Diese "Gewohnheit" brachte mir eine "Stippvisite" im Jenseits ein und verkürzte meine Berufsausbildung um ca. 7 Monate (Krankenhausaufenthalt). Schließlich konnte ich die Ausbildung trotz dieser Fehlzeit fristgerecht abschließen.

Das Leben als Lehrmeister

Am 10. Mai meines 16. Lebensjahres war ich wieder einmal spät dran und rannte neben dem ausfahrenden Zug, um wie üblich aufzuspringen. Meine Aufmerksamkeit galt dem Handlauf zur Einstiegsplattform des Waggons (damals gab es noch Waggons mit je einer Plattform an jedem Ende), während ich rannte so schnell ich konnte.

Fast schon als ich nach dem Handlauf greifen wollte, spürte ich eine Art Schlag an der Schulter, stolperte etwas zur Seite und stürzte ... mit dem rechten Bein voraus gerade vor das letzte Rad des Zuges, welches mir das Bein knapp oberhalb der Fessel abtrennte, wessen ich allerdings in diesem Augenblick nicht gewahr wurde. Erst als ich wieder auf­stehen wollte und irgendwie keinen Boden unter dem Bein spürte (und wieder hinfiel), erkannte ich das Malheur. Innerhalb von Sekundenbruchteilen lief ein Film in meinem Kopf ab, der mir "alles" vor Augen führte, was ich ohne rechten Fuß nicht mehr würde tun können.

Während der Fahrt im Rettungswagen zum Krankenhaus hatte ich das Empfinden, gewisser Maßen wie eine besorgte Mutter auf meinen Körper achten zu müssen, obwohl er mit Bändern auf der Bahre fixiert war ... ich "schwebte" irgendwie neben dem Körper und "beruhigte" ihn wiegend, während mir immer wieder das Lied vom "Erlkönig" durch den Kopf ging, das ich nicht verscheuchen konnte. Ich MUSSTE meinen Körper von diesem Kerl fern halten.

Im Krankenhaus versorgte man zwar die Wunde gleich, man musste aber auf den Oberarzt warten, der mich operieren sollte. Die Wartezeit wurde mir nicht durch das Ticken einer Uhr, sondern durch das "blip ... blip" des durch die Kompresse tropfenden Blutes "in Scheiben geschnitten". Wahrscheinlich war ich irgendwann in Bewusstlosigkeit verfallen, weil mir einige Zeitabschnitte in der Erinnerung fehlen. Genau sehe ich noch, wie eine Krankenschwester meine (blutgetränkte) Hosen mir regelrecht vom Körper schnitt ...

Offenbar war die erste Amputation gut gelungen, denn etwa vier Stunden nach dem Unfall wachte ich einem schneeweißen Krankenhausbett auf. Mein rechtes Bein war in einer "Hoffmannschiene" (wenn ich den Begriff richtig erinnere) hoch gelagert, aber nicht verbunden. Der Anblick des gesplitterten Knochens und des rohen Fleisches berührte mich seltsamer Weise fast gar nicht ... ich fand es sogar interessant.

Im Lauf der folgenden zwei oder drei Wochen wurde mein Bein noch drei mal "gekürzt", der Knochen abgesägt, die Wunde mit transplantierte Haut bedeckt. Dann hatte anscheinend Wundbrand Fleisch und Knochen schwarz werden und absterben lassen, und es kam eine hochgradige Blutvergiftung dazu. Nach der letzten Amputation war ich auf jeden Fall alles andere als in guter Verfassung, ich befand mich meistens in einer Art Dämmerschlaf.

Ins Jenseits und zurück

In einer der täglichen Visiten der Ärzteschaft, wobei immer der gerade behandelte "Fall" erörtert wurde, war man offenbar sehr besorgt und ratlos. Das Verhältnis der roten zu den weißen Blutkörperchen in meinem Blut war derart schwach, dass sich die Ärzte einig waren, "das kann der nicht überleben". Der Oberarzt entschied, dass mein Bett "zum Exitus" aus dem Zimmer gebracht werden sollte. Obwohl ich für die Ärzte bewusstlos da lag, konnte ich es nicht fassen, dass der Oberarzt meinen Körper "so einfach aufgeben" und "abschieben" ließ ... unbändige Wut erfasste mich, aber ich war unfähig, dieses Gefühl körperlich auszudrücken, was mich fast verzweifeln ließ.

(Übrigens weiß ich seit meinem Unfall, dass "außer-körperliche Wahrnehmungen" durchaus real sind. Durch meine Erfahrungen im Spital neige ich zur Annahme, dass nur Menschen solches partout bestreiten, welche befürchten, dass damit etwas "kundgetan" werden könnte, was "unter allen Umständen" verborgen bleiben müsse; oder vielleicht haben sie bloß höllische Angst etwas zu erfahren, was ihnen unerträglich erscheint. "Mein" Oberarzt gehörte gewiss nicht zu diesen Menschen!)

Nach etwa vier Tagen in einem sauber verfliesten Raum, wo eine (körperlich) kleine Krankenschwester liebevoll und unermüdlich meinen Körper versorgte (und auch Mut machende Worte sprach), kam ich aus der "Bewusstlosigkeit" zurück. Ich schreibe Bewusstlosigkeit in Anführungszeichen, weil es die gängige Bezeichnung für den Zustand ist, in dem der "bewusste Geist" den Körper nicht steuert. Ich selbst ("mein Bewusstsein") war die ganze Zeit in einer Art "ratlosem Angstgefühl dämmernd" da und nahm (fast) alles wahr.

Nach meiner "Rückkehr ins Leben" ging es "schnurstracks" aufwärts mit der Genesung. Es gab zwar noch Operationen, aber nach einigen Wochen durfte ich schon in einem Rollstuhl im Krankenhaus "herumzigeunern" (ich weiß, das ist heute politisch inkorrekt, aber genau so nannte man dies damals!) und genoss so etwas wie Narrenfreiheit und "Privilegien". Ich bin sogar ein paar Mal im Rollstuhl "abgehauen" (zu deutsch "ausgebüchst"), habe meine Freunde im Jungendcafe besucht und im Rollstuhl einen flotten "Rock" hingelegt.

Gerti (meine Krankenschwester) war (aus meiner Sicht) der einzige Mensch, der in dieser Situation MICH, die betroffene Person, wahrgenommen hat - was sonst hätte sie veran­lassen können, einen "unrettbar Todgeweihten" Mut zuzusprechen? Und einen tödlich vergifteten Körper sanft und liebevoll gesund zu pflegen? (Falls Du Gertie, zufällig diese Zeilen liest: Mein ganzes Leben war ich Dir dankbar, dass Du MICH, der diesen geschun­denen Körper nicht aufgeben wollte, wahrgenommen hast und für meinen Körper getan hast, was ich nicht selbst tun konnte. Du warst der Engel, der mich ins Jenseits begleitet und wieder mit zurück ins Leben genommen hat.)

Ich kann (und will) keinem der Ärzte etwas Übles nachsagen, sie handelten zu 100% nach bestem Wissen und Gewissen, und die Medizin ist bestimmt schon öfter als einmal durch ein "Wunder" eines Besseren belehrt worden. Das hat offenbar auch mein zuständiger Oberarzt erkannt, denn als ich aus dem Spital entlassen wurde, sagte er mir unter vier Augen: "Ich habe dich nicht geheilt, da waren andere Kräfte am Wirken". Auch Ihnen, Herr Doktor, mein aufrichtiger Dank! Sie haben getan was Ihnen möglich war! (Er wird vielleicht nicht mehr unter uns sein, er müsste jetzt über Hundert Jahre alt sein.)

Auf sich gestellt sich selbst finden

Die verbliebene Zeit meiner Berufsausbildung ging rasch vorüber, ich schloss sie im 18. Lebensjahr ab, um gleich darauf Österreich zu verlassen, um bei GRUNDIG in Deutschland als Techniker zu arbeiten. Die fast drei Jahre dort waren für mich sehr lehrreich und interessant, doch irgendwann war mein Drang nach Neuem doch stärker als meine Beharrungsneigung, und über eine Zwischenstation bei TELEFUNKEN kam ich in meinem fürs Erste "wahren" Metier an: In der elektronischen Datenverarbeitung.

Die wichtigsten Lehren aus dieser Epoche meines Lebens sind:

Ab etwa meinem dreizehnten Lebensjahr kristallisierte sich die Wertschätzung von wahrem Wissen und das Streben, eine (bzw. jede) Sache wirklich und gründlich zu erlernen heraus. Das fand in den Jahren meiner Berufsausbildung ein Vorstadium zur Reife: Ich lernte wahrhaft zu studieren, den Dingen, mit denen ich zu tun hatte, "gründlich auf den Grund" zu gehen, und ich lernte "Wissen" von "Wissen" zu unterscheiden. Bis dahin hatte ich (aus dem Sprachgebrauch und in der schulischen Praxis) gemeint, dass "Wissen" einem vermittelt wurde, weil es "in Büchern" aufbewahrt war, und man nur etwas zählte, wenn man es "weiß".

Während meinen Berufsbildung habe ich gelernt, dass nur solches "Wissen" sinnvoll und nützlich war, das ich erworben, verstanden und angewendet habe. Viel später - darauf werde ich noch zurückkommen - fand ich heraus, dass "wissen" etymologisch betrachtet nämlich genau das bezeichnet, was ich im Erleben erfahren habe: "ich habe gesehen", und dass nur Eines dazu führt - studieren - "eifrig sein". Und ja, dass Wissen seinen Wert ausschließlich in der Anwendung, der Nutzung durch den Menschen bekommt.

Hmm ... hat "die Sprache" es nicht immer schon gewusst?

Nebenbei (und im Zuge der parallel sich vollziehenden Pubertät) habe ich noch etwas gelernt, was mein ganzes späteres Leben mit bestimmt hat: "Ich" bin nicht (bloß) mein Körper, ich bin "bewusster Geist", und dieses Bewusstsein fasse ich heute in den Begriff "Spiritualität". Wohl gab es da eine Phase (etwa bis zum meinem 28. Lebensjahr), wo ich dieses Bewusstsein als "Religiosität" verstand, die mir zuvor (also bis etwa zum 18. Lebensjahr) ziemlich schnurz-egal war. Heute sind Religion und Spiritualität zwei nicht gleichwertige Begriffe, doch dies ist ein Vorgriff auf eine spätere Epoche.

Damit zusammenhängend kam ich zu einer wichtigen Erkenntnis: Mein Körper und ich sind zwar eine "integere" Einheit, aber dennnoch nicht "untrennbar". Ich weiß, dass (im geschilderten "Kurztod") nicht "etwas" meinen Körper verließ, sondern dass ich trotz stärkstem "Widerstrebenn" ihn verließ, obwohl ich ihn um alles in der Welt behalten wollte. Im Nachhinein war diese Erfahrung ein gewaltiger Schritt zur Lösung des Rätsels um den Begriff "Seele", denn "Ich weiß" heißt (genau genommen): Ich habe gesehen!

Ich weiß jetzt, dass ich zwar "mit meinem Körper" bin, ihn beeinflusse, steuere und "benütze", er aber auch ohne mich und mein Eingreifen die Lebensfunktionen aufrecht halten kann. Und vor allem: Er trägt nicht nur diese Fähigkeit in sich, sondern auch die Fähigkeit des Heilens. NUR der Körper kann sich selbst heilen. Die Medizin (und alles Einschlägige) kann und soll ihn darin unterstützen, aber bitte nicht glauben, SIE sie die Heilerin!

Die bei Weitem wichtigste Erkenntnis aus dieser Zeit mag wohl erst im Lauf der späteren Zeit "gereift" sein. Fassen kann ich sie dennoch nur ungefähr in folgender Aussage:

"Wahrhaftigkeit und Treue zu sich selbst als Ganzes gibt die einzige Gewähr, in den Wirren des Lebens einen Weg in Intergrität ans Ziel zu finden."

Nachsatz: Teile meiner Familie meinten, ich hätte aus dem Unfall nichts gelernt - und sie meinten damit, dass ich mich in Bezug auf "Leichtsinnigkeit" nicht geändert hätte. Ja, es stimmt, ich habe mir eine gewisse "Leichtsinnigkeit" und "Unbekümmertheit" bewahrt, und ich schätze sie heute noch. Ich liebe es, etwas Ungeplanten und Unüberlegtes um seiner Selbst Willen oder um des Abenteuers Willen zu tun. Klar habe ich auch eine passende Lehre daraus gezogen, aber die ist nicht "begib dich nie mehr in Gefahr"! Für mich lautet sie schlicht "sei wachsam, achte auf das, was um dich herum vor sich geht." Aber war ich so nicht schon zuvor? Ja, aber nicht so gut wie danach.

Ich danke herzlich für Ihr Interesse und Ihren Besuch und
wünsche Ihnen das Beste!
Helmut W. Karl

Copyright Helmut W. Karl © 2015 Freunde zum Lesen einladen

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Das Motto "Frischer Geist in alte Flaschen" geht auf ein sehr nettes Büchlein "Der Geist in der Flasche" zurück, in dem sich "der Geist" die bewegende Frage stellt "Bin ich eine Flasche oder hab' ich eine?" Mein Gedanke dazu war: Rüttle den Geist, der sich als Flasche sieht, auf und gib ihm ein frisches Leben!

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Copyright dieser Seite Helmut W. Karl (Impressum), Text publiziert 11Feb2015 & letzte Änderung: 04Mai2015.