Loyalität

von Helmut W. Karl

Woran mag es liegen, dass ein (online-) Geschäft "Fuß fasst" und "loslegt", und andere einfach nicht "greifen wollen"? Hat Loyalität etwas damit zu tun? Und was ist das überhaupt, Loyalität?

Nehmen wir die Antwort auf die erste Frage gleich vorweg: Ja, natürlich hat Loyalität etwas - wenn nicht gar alles! - mit Erfolg zu tun! Im Laufe dieses Artikels werde ich Ihnen darlegen, wie weit Loyalität Ihren Erfolg fördern - oder ein Mangel an der Loyalität auf lange Sicht Ihren Erfolg verhindern - wird.

Betrachten wir zum Einstimmen auf das Thema zuerst, was man unter Loyalität versteht - schlagen Sie getrost auch mal selbst bei Wikipedia nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Loyalität

Im Wesentlichen bezeichnet man in breiteren gesellschaftlichen Bereichen mit Loyalität das, was man in einer Liebesbeziehung unter "Treue" versteht. Ich denke, dass dar wesentliche Aspekt von Loyalität die Bereitschaft und der Wille ist, sich in eine breitere persönliche Beziehung selbst einzubringen, sich für sie einzusetzen und für sie Opfer zu bringen.

Der Loyale hat beschlossen, die Gemeinschaft, die aus der Beziehung erwächst, zu stärken und sie als ein größeres 'Ich' zu verstehen. Daraus entsteht, ähnlich wie in einer persönlichen Beziehung, die sogenannte "Handschlags-Qualität".

In allen gesellschaftlichen Beziehungen ist Loyalität genau so eine wechselseitige Qualität wie die Treue in einer Liebesbeziehung. Der eine kann keine Loyalität erwarten, wenn er selbst nicht dazu steht und diese "Handschlagsqualität" praktiziert.

In der Beziehung zwischen Angestelltem und Arbeitgeber verhält es sich ebenso, wie in Beziehungen zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer oder Kunde und Lieferant - es gibt kaum einen Bereich gesellschaftlichen Lebens, in dem Loyalität nebensächlich wäre.

Aber ... weshalb kommt dieser "Qualität" so groß Bedeutung zu? Hat sie nicht vor allem etwas mit der Natur des Menschen zu tun?

Der Mensch strebt nach dem Guten und meidet das Böse. Solange ein Mensch in guter Verfassung ist, trachtet er nach Verbesserung - das heißt, nach höherer Qualität; höhere Qualität der Waren, des Lebens und natürlich auch der Beziehungen, die er pflegt. Und die Qualität einer Beziehungen zeigt sich als Loyalität!

Kein Geschäft kann auf Dauer wachsen und wirtschaftlich stärker werden, wenn es keine loyalen Kunden hätte!

(In Unternehmerkreisen weiß man, dass einen neuen Kunden zu gewinnen etwa zehn mal so viel kostet, wie einen schon vorhandenen Kunden zu erhalten! Wie viel wertvoller ist dann wohl ein loyaler Kunde?)

Kein Unternehmen kann auf Dauer bestehen, wachsen und stark werden, wenn es keine loyalen Mitarbeiter hätte! Denn loyale Mitarbeiter machen "das Unternehmen" zu ihrer eigenen Sache und setzen sich dafür ein: Nur zum geringeren Teil, weil sie dafür bezahlt werden, aber zum größeren Teil, weil sie das Unternehmen als IHRE Sache verstehen.

Der Illoyale (Angestellte, Auftragnehmer, Zulieferer, Vereinsangehörige, Gemeindemitglied, Staatsangehörige usw.) hingegen kümmert sich nicht um die Ideale der Gemeinschaft, der er anzugehören vorgibt. Er erkennt das Ethos dieser Gemeinschaft nicht, es hat für ihn keine Bedeutung.

Er bedient sich aus dem Gemeinschaftsgut ... aus seiner Sicht gehört das Diebesgut ja "niemandem"; er erkennt nicht, was jeder Loyale zweifelsfrei weiß: Jede noch so kleine Schwächung des Ganzen ist eine Schwächung aller Mitglieder. "Herrenloses Gut" nimmt der Illoyale einfach mit - doch er selbst sieht es nur als herrenlos, weil ihm die Handschlagsqualität des Loyalen abgeht.

Oberflächlich könnte man dagegen argumentieren, das Loyalität nur ein schöneres Wort für Speichelleckerei, kritiklose Gefolgschaft, unterwürfige Katzbuckelei sei. Wer aber so argumentiert, hat das Wesen von Handschlagsqualität nicht verstanden!

Jede Form bedingungslos-gedankenloser Gefolgschaft ist zwangsläufig kritiklos - aber Kritik ist des Freundes Pflicht! Würde ein treuer Freund einem einen aus Unwissenheit begangenen Fehler ohne jede Warnung durchgehen lassen?

Nur der Illoyale würde das tun. Der wahre Freund würde den Fehler aufdecken! Er weiß natürlich, dass jeder Schaden am Ganzen ein Schaden für jedes Mitglied ist. Wahre Loyalität schließt also zwangsläufig Speichelleckerei und Katzbuckelei aus.

Wer als Unternehmer ein wirklich florierendes Geschäft aufbauen und betreiben will, der tut also gut daran, in seinem eigenem Leben auf Loyalität zu achten, sie einzuführen und zu pflegen.

Anfangs ist es vielleicht nur die Loyalität gegenüber den eigenen Zielen und dem eigenen Ethos. Dann wird daraus Loyalität den Lieferanten gegenüber, und später wächst sie zur Loyalität gegenüber den Kunden. Schließlich kommen Partner und Mitarbeitern dazu, die Loyalität genießen und geben.

Und am Ende steht ein Unternehmer, der von allen wegen seiner hohen Handschlagsqualität geschätzt und wegen seines Erfolgs bewundert wird.

Diese menschliche Qualität, die sich hinter gelebter Loyalität verbirgt, hat gewaltige Strahlkraft! Sie ist so etwas wie ein innerer Magnet, der Menschen mit gleicher Qualität magisch anzieht!

Und sie hat eine starke Reinigungskraft! Sie wird dazu führen, dass sich nach und nach alle schmarotzenden "Mitesser" nicht mehr in einem loyal geführten Unternehmen zu Hause fühlen und sich verflüchtigen. Zurück bleibt ein starker, von Leben pulsierender Kern loyaler Menschen, von denen jeder auf seine Weise nach besten Kräften zum Erfolg des Ganzen beitragen wird:

Lieferanten und Mitarbeiter setzen sich mehr ein, Kunden bleiben erhalten und bringen neue Kunden herein, gegenseitige Würdigung und Wertschätzung prägen den Alltag.

Illoyalität hingegen wird letztlich nur kosten: Sie kostet Freundschaften, Vertrauen, Unterstützung, Wohlwollen ... am Ende steht der Illoyale verlassen und allein da. Er hat sich seiner selbst und seiner Freunde entfremdet.

Ja ... Loyalität macht sich bezahlt! Sie garantiert einem Blühen und Gedeihen! Und ... Sie ist so leicht, weil sie ja doch nur unserer ureigenen Natur entspricht!

Als dann ... auf Ihren großen Erfolg im Geschäft und im Leben!
Ihr Helmut W. Karl

Copyright © 2007 Helmut W. Karl


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