Helmut W. Karl: Portrait

 Helmut W. Karl

Frischer Geist in alte Flaschen


Eine Geschichte des menschlichen Geistes

Gelegentlich kommt man ins Sinnieren über das Sein und die eigene Existenz und stellt sich vielleicht die Frage: Wer oder Was bin ich denn nun wirklich? Ja, ich bin ich, das sagt doch schon alles - nicht war? Aber was bin ich?

Ich will einfach mal schildern, mit welchen Überlegungen ich zu einem für mich recht befriedigenden Ergebnis gekommen bin.

Mir ist also bewusst dass ich sowohl zu körperlichen Aktivitäten wie auch zu geistigen Aktivitäten fähig bin.

Für den Augenblick betrachte ich den Begriff "geistig" einfach als einen Begriff, mit dem ich arbeite, ohne seinen Inhalt genau zu kennen. Das ist ungefähr so, wie wenn ich beim Kochen "Gewürzsalz" verwende, ohne seine Zusammensetzung genau zu kennen - ich weiß wozu ich es benutze, und das reicht fürs Erste.

Körperliche vs. geistige Aktivität

Schauen wir etwas weiter: Mit körperlicher Aktivität verändere ich im Grunde immer etwas in Zeit und Raum: Egal ob ich selbst etwas tu, etwa wandern oder schreiben oder sonst irgend einer Tätigkeit nachgehe - ich bewirke eine Veränderung in Zeit und Raum, ich hinterlasse Spuren in der "realen Welt".

Bei geistiger Aktivität verändere ich auch etwas - aber nicht in Zeit und Raum: Ich fasse Gedanken, verändere sie, lasse sie fallen, greife sie wieder auf, stelle in Gedanken Vergleiche an und so weiter, denke mir Geschichten, Pläne oder Konstruktionen aus. Nichts davon verändert die physische Welt.

Dies alles sind - in gewisser Weise - unleugbar Veränderungen, sie erscheinen aber nicht als Veränderung in Zeit und Raum: Die materielle Welt bleibt davon unberührt. Diese Veränderungen sind auf meine eigene "persönliche - geistige - Welt" beschränkt, so lange ich nicht daran gehen, meine Gedanken umzusetzen.

Hier gibt es einen eigenartigen, ja kuriosen Nebeneffekt:

Weil meine Gedanken keine Veränderung in Zeit und Raum hervorrufen, könnte wohl jeder moderne Wissenschaftler mit Fug und Recht bestreiten, dass ich gedacht habe: Er kann keinerlei unwiderlegbaren Beweis dafür finden und es ist unmöglich, dieselben Gedanken von Dritten mit den gleichen Ergebnissen zu reproduzieren.

Aber ... verlangt so etwas nicht das wissenschaftliche Vorgehen?

Diese Überlegung jedenfalls hat mich veranlasst, ihr weiter nachzugehen. Schließlich habe ich nicht bloß einmal erlebt, dass mich jemand für einen Spinner hielt, bloß weil er "keinen Beweis" finden konnte, dass meine Gedanken "Tatsächliches" betrafen (ohne dass es eine Tat gegeben hätte!).

Auf dieser Recherche stieß ich auf die Tatsache, dass uns offenbar der Geist abhanden gekommen ist, seit wir - etwas verwegen formuliert: - statt dem Ewigen die Wissenschaft anbeten.

Meine Suche begann mit der Frage, was genau ist eigentlich mit dem Wort "Geist" und davon abgeleitet, mit "geistig" gemeint. Ich selbst hatte wohl eine Vorstellung, - Gedanken also! - aber auch die Frage "Wie sehen das die anderen?"

Wissenschaftliche Geschichte des Geistes

  • Das Wörterbuch der Brüder Grimm von 1897 hatte zum Wort "Geist" noch 58 eng bedruckte Seiten gefüllt. (Hoch interessante Lektüre!) Ich leite daraus ab, dass die Brüder Grimm noch sehr großen Wert auf diesen Begriff gelegt haben.
  • Mein "Meyers Lexikon" von 1890 füllte noch 2 Spalten zum Begriff Geist als "wirkliches, intelligentes, immaterielles Wesen mit oder ohne Verbindung mit einem Leib" und sagt weiter "... endlich ist Geist noch das leicht Bewegliche, alles Durchdringende, gegenüber der toten und trägen Materie".
  • Die Brockhaus Enzyklopädie von 1989 gibt auf weniger als einer Seite eine kurz gefasste Übersicht zum Thema aus philosophischer Hinsicht (- nachfolgend durch meine Anmerkungen in Klammern ergänzt):
    Die Brockhaus-Übersicht beginnt mit Heraklit (~500 v.Chr.), der Geist als "die ordnende Weltkraft" verstand, behandelt dann die Ansichten einiger anderer "großer Philosophen" und sagt abschließend, dass ...
    "... in philosophischen Systemen" (von Schopenhauer, Nietzsche u.a., 19. Jh.) "der Geist metaphysisch abgewertet wird". ("metaphysisch" bedeutet "über das Physische hinausgehend"; ab 19. Jh. sah man also im Geist nichts mehr, was dem Dinglichen - "dem Physischen" - überlegen wäre. Ab da gelten also Tatsachen den Ideen überlegen).
    Ludwig Klages (u.a. Begründer der Graphologie, ~1930) sah den "Geist schließlich als lebensfeindliches Prinzip, das der Seele entgegen tritt". (Hier ist anzumerken, dass er unter Geist offenbar ganz klar den Intellekt verstand, keine Spur mehr von Geist in seiner ursprünglichen an die 2000 Jahre geltenden Bedeutung.) Die Übersicht schließt mit der Feststellung "in neuerer Zeit wird der Begriff Geist wenig gebraucht, ... sogar vermieden."
  • Mein "Ullstein Wörterbuch der deutschen Sprache" aus 1969 brachte es fertig, beide "Schulen" zu vereinen und definierte Geist noch als "belebende, immaterielle, göttliche Kraft als Träger, Inbegriff des Lebens, auch als Hauch, Atem (lat. spiritus) gedacht", sowie als "Inbegriff des denkenden und wollenden Bewusstseins, der Verstandes- oder Vernunftkräfte" und gab als Wurzelbedeutung "aufgeregt, außer Fassung sein" an.
  • Das deutsche Universalwörterbuch von DUDEN aus 1983 kennt die alte Bedeutung nicht mehr und definiert Geist als "das denkende Bewusstsein des Menschen, Verstandeskraft, Verstand" und auch "Gesinnung, innere Einstellung oder Haltung" und nennt als Wurzelbedeutung "Erregung".

Je mehr Wissenschaft an Macht gewann, desto mehr verlor der Begriff "Geist" an Bedeutung und Wert. Gewiss, Lexika und Wörterbücher sollen das jeweils zeitgenössische Wissen sowie Wortverwendung und -bedeutung dokumentieren. Das tun sie auch - und geben uns damit Zeugnis über das veränderte Verständnis im Lauf der Zeit.

Natürlich bleibt unbestritten, dass die "Wissenschaft" auf dem höchsten von der Menschheit je erreichten Stand ist. Das will ich beileibe gar nicht bestreiten, will aber doch zu bedenken geben:

WAS genau verbinden wir mit dem Begriff "Wissenschaft", und was hat das mit "Geist" zu tun?
Und was brachte die Wissenschaft dazu, Geist zuerst "abzuwerten" und dann "neu zu definieren"?

Bis kurz vor Beginn des 20. Jahrhunderts verband man mit dem Begriff Wissenschaft "das gesammelte bekannte und verstandene Wissen um die (natürliche, physische) Welt" - also das, was man auch als "Naturwissenschaften" bezeichnet, wie die Bereiche Physik, Chemie, Biologie und Geologie samt all ihrer Verzweigungen, und natürlich auch Bereiche der Technik. All diese Bereiche haben ganz gewiss eine sagenhaft rasante Entwicklung durchgemacht und einen extrem großen Umfang erreicht.

Schauen wir jedoch etwas weiter, dann finden wir, dass die "Wissenschaft" seit damals durch eine große Zahl von Bereichen an Umfang gewachsen ist. Viele Bereiche (wie z.B. Soziologie) gab es zuvor noch gar nicht, die meisten anderen galten zuvor gar nicht als Wissenschaft, sondern waren Bereiche der Philosophie.

Warum nur, warum?

Könnte es sein, dass man die Philosophie zur Wissenschaft machte, um ihre Vertreter als "Geisteswissenschaftler" auf das Podest der "echten Wissenschaftler" zu heben? Sie also in die Reihen jener einzugliedern, die durch ihr Wirken eine so tragende Rolle in der Entwicklung der Gesellschaft spielten?

Philosophie war vordem ein eigenständiges - "rein geistiges" - Gebiet des weisen Denkens, gilt aber heute als Wissenschaft, obwohl sie weder die "natürlichen Welt (Physis)" noch die "geistige Welt (Sophos)" erklärt. (Philosophie bedeutet wörtlich übertragen "Liebe zur Weisheit".)

An die Stelle der Liebe zur Weisheit trat nun die "Forschung über den Umgang des Menschen mit dem Geistigen" (in einer neuen dazu passenden Definition von Geist). Die Ergebnisse solcher Forschung werden gesammelt und katalogisiert. Und weil dieses Sammeln von Tatsachen nach "strengen wissenschaftlichen Kriterien" (welche für die Erforschung der physischen Welt entwickelt worden sind) vorgenommen wird, fand man es gerechtfertigt, Philosophie und alle ihre Unterbereiche als "Geisteswissenschaften" einzurichten.

Schon allein vom Namen "Geisteswissenschaften" her sollte man annehmen, dass diese Wissenschaftsdisziplin den Geist und seine Wirkungen - oder das Geistige - erforschen und erklären würde. Das tut sie nicht und kann es auch nicht tun, denn sie hat "Geist" erst eliminiert und dann neu definiert:

Weil Geist (im Sinn einer immateriellen ordnenen Kraft) weder gemessen, gezählt und gewogen noch gesehen werden kann, gilt Geistiges seither als "unwissenschaftlich". Schopenhauer, Nietzsche & Co haben da solide Vorarbeit geleistet.

Geist musste ausgemustert werden, um wissenschaftlich zu sein und - etwas vereinfacht dargestellt: - durch "menschliches Denken und seine Ergebnisse" ersetzt. Hier kann man wieder sehen und wiegen (bewerten und klassifizieren!), messen und zählen (Statistiken!), und befindet sich somit - vorgeblich - auf solidem wissenschaftlichem Boden.

Ich frage mich allerdings, ob man hier nicht - etwas spöttisch formuliert - mit dem Maßband das Gewicht eines Begriffes "messen" will - dass also ungeeignete Instrumente angewandt werden.

Was unterscheidet denn den "alten Philosophen" wie Heraklit von unserem modernen Geisteswissenschaftler?

Der alte Philosoph beobachtete und zog Rückschlüsse (die er wahrscheinlich auch reichlich verwarf und revidierte), bis er zu einem klaren Ergebnis fand. (Das tun übrigens echte moderne Wissenschaftler auch - von Herrn Einstein wird z.B. berichtet, er habe geschrieben "Die Theorie liefert viel, aber dem Geheimnis des Alten (Anmerkung: d.i. Gott) bringt sie uns kaum näher. Jedenfalls bin ich überzeugt, dass der nicht würfelt.")

Der Geisteswissenschaftler kennt die Werke Heraklits - hat sie aber möglicherweise nie so studierte, dass er die Rückschlüsse nachvollzogen hätte, weil er ja "kraft seines Amtes" damit befasst ist, die Werke anderer Leute zu erfassen und zu kennen.

Mein persönliches Resumee

All dies zusammengenommen brachte mich dazu, meinem Selbstverständnis als "geistiges Wesen, das einen Leib bewohnt und benutzt" mehr "Gewicht" zu geben als dem, was mir moderne "Geisteswissenschaftler" vorsetzen. Mögen die mich ruhig als Spinner abtun! Was mir diese Geisteshaltung einbrachte, erfahren Sie in weiteren Beiträgen an dieser Stelle im Web.

(Vielleicht interessiert Sie in diesem Zusammenhang meine erste kindliche Auseinandersetzung mit der Frage des Geistigen?)

Ich lade Sie ein, mich an Ihren Gedanken (auch Erfahrungen!) teilhaben zu lassen. Sie brauchen Ihre wahre Identität nicht zu offenbaren, es wäre aber gut, wenn Sie sich ein Pseudonym aneignen, welches Sie hier beibehalten und immer wieder verwenden.

Ich danke herzlich für Ihr Interesse und Ihren Besuch und
wünsche Ihnen das Beste!
Helmut W. Karl

Copyright Helmut W. Karl © 2016

PS: Die nächste "Betrachtung" behandelt Potentiale ausführlicher und zeigt den praktische Weg auf, wie Sie an Ihre Potentiale "herankommen". Diese und alle weiteren Betrachtungen sind aber nur meinen Abonnenten zugänglich. Einschreibung und Teilnahme sind kostenlos, ich möchte diese Dinge einfach nur im "Bekanntenkreis" kursieren lassen.

Vorher: Informative Einleitung  |  Weiterlesen: nur im kostenlosen Abonnement!  |  oder kontaktieren Sie mich (nachfolgend) persönlich!


Zum Titelbild: Wasser und der weite Horizont bilden gewisser Maßen das Sinnbild für alle Artikel in dieser Sait.

Der Slogan "Geisteshaltung 2.0": In Anlehnung an den Brauch, im Web Entwicklungs­ver­sionen wie z.B. "Web 2.0" anzuführen, steht diese scherzhafte Floskel für die Idee, unser gei­stiges Bewusstsein durch neue Betrachtungen und Überlegungen zu erneuern und aufzufrischen.

Das Motto "Frischer Geist in alte Flaschen" geht auf ein sehr nettes Büchlein "Der Geist in der Flasche" zurück, in dem sich "der Geist" die bewegende Frage stellt "Bin ich eine Flasche oder hab' ich eine?" Mein Gedanke dazu war: Rüttle den Geist, der sich als Flasche sieht, auf und gib ihm ein frisches Leben!

Eine Vision für neue Marketer!

Erfahren Sie JETZT alles, was Sie über
"Marktanteile sichern
Umsatz steigern"
Marktanteile sichern - Umsatz steigern!

unbedingt wissen müssen!

Interessante Projekte:

Unser Planet die Erde: ... wer sie wirklich liebt!

Ihre Kontaktaufnahme oder Ihr Kommentar sind mir willkommen!

Sie müssen nicht Ihre wahre Identität offenbaren...
Sie können auch die im Formular vorhandene Adresse lassen und einen Alias Namen angeben! Falls ich auf Ihre Nachricht antworten soll, ist eine korrekte Adresse (und nach Möglichkeit ein gültiger Name) erforderlich.

Voller Name:

eMail-Adresse:

Ihre Nachricht oder Ihr Kommentar:

Waren Sie als Networker beim früheren Gratistraining dabei? Möchten Sie als Networker Erfolge erreichen, die alles in den Schatten stellt, was Sie bisher erreicht haben?

Diese Chance steht Ihnen durchaus offen! Schauen Sie einfach mal hier nach: Befreundeter Lieferant!

Sind Sie als Networker so erfolgreich wie Sie es erträumten? Hatten Sie bislang trotz vollem Einsatzes nur mäßige Erfolge? An dieser Tür finden Sie kompetente Unterstützung: Befreundeter Lieferant!

Kommentare

(Sie könnten der Erste sein, dessen Kommentar hier veröffentlicht wird!)

 

Hier finden Sie erstklassige Ressourcen für Ihre Webprojekte:

Spamverbot!

Gratistraining verbietet ausdrücklich das Verschicken von nicht angeforderter Werbung (UCE, aka Spam). Sollten Sie auf diese Website durch Spam aufmerksam geworden sein, klicken Sie bitte hier, um den Mißbrauch zu berichten.

Copyright dieser Seite Helmut W. Karl (Impressum), Text publiziert 11Okt2016